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Schlafende Zöllner

In den vier Fenstern einer ehemaligen Geldwechselstube an der Grenze liegen vier schlafende Zöllner über Tischplatten gebeugt. Fotografien zeigen die abgebildeten Grenzarbeiter in Lebensgröße – jeweils zwei in niederländischer und zwei in deutscher Uniform. Die Zöllner sind abends und nachts beleuchtet, sodass bei Dunkelheit die Wirkung einer erleuchteten Amtstube entsteht.


Die EU-Binnengrenzen fallen heute lediglich durch die ehemaligen Grenzgebäude mit ihrer typischen Architektur auf. In Schlafende Zöllner werden Passanten durch die Fotoinstallation an die Zeiten erinnert, als die Staatsgrenzen noch besetzt waren und der Grenzübergang noch eine offizielle Angelegenheit war. Eine Art Ritual mit dem Charakter einer offiziellen Begrüßung oder Verabschiedung, ein Ort an dem man sich ausweisen und seine Identität preisgeben musste.


Heute sind viele Grenzhäuser bereits abgerissen, andere beherbergen Geschäfte, Restaurants, Büros oder Wohnhäuser. Oft befinden sie sich in einer zeitlich nicht klar definierten Dimension. Das Grenzgebäude in Glanerbrug wird auf poetische Weise durch das Bild des schlafenden Zöllners wiederbelebt.


Das kollektive Gedächtnis
Die Fotoinstallation reaktiviert eine tief im kollektiven Gedächtnis verwurzelte Erfahrung und erinnert den Betrachter daran, dass die Grenzen sehr wohl noch existieren, dass sie derzeit lediglich schlafen. Grenzen entstehen und verschwinden – und werden wieder aktiviert. Der Zöllner schläft seinen 100-jährigen Schlaf bis zu der nächsten Veränderung. Die schlafenden Zöllner stehen als Metapher für den Zustand einiger Binnengrenzen des heutigen Europas.


Eure eigenen Grenzerfahrungen könnt ihr uns an .(JavaScript must be enabled to view this email address) schicken, wir leiten sie dann an die Initiatoren des Projekts Mane Hellenthal und Ulrich Behr weiter. Später sind sie Teil der GrensWerteWeltAusstellung.

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